Wussten Sie schon, dass Pferde nicht so sehen wie wir?

Pferde haben ein sehr weites Gesichtsfeld, das ihnen, ohne den Kopf zu bewegen, fast komplette Rundumsicht (ca. 330° bis 340°) ermöglicht. Nur direkt hinter, und bei erhobenem Kopf, unmittelbar vor dem Pferd befinden sich relativ kleine blinde Zonen. Bei der Ausbildung des Pferdes muss dies beachtet werden, um es bei Berührungen und Bewegungen in diesen Zonen nicht zu überraschen und zu erschrecken.
Das räumliche Sehen ist bei Pferden nicht so gut ausgebildet wie beim Menschen. Der hierfür wichtige Bereich des binokularen Sehens, in dem sich die Sehfelder beider Augen überschneiden, ist beim Pferd mit nur etwa 60° bis 70° ziemlich klein. Dem Pferd fällt deshalb das Abschätzen von Entfernungen schwerer. Durch Kopfbewegungen können sie dies jedoch weitgehend ausgleichen. Es ist daher wichtig, insbesondere beim Springen, auf genügend Kopffreiheit des Pferdes zu achten.
Pferde können, gleich dem Menschen, die Hauptfarben Gelb, Grün, Blau und Rot in verschiedenen Intesitätsstufen sehen. Am besten ist das Farbsehen dabei im Gelb- und Grünbereich ausgebildet, schlechter dagegen im Blau- und Rotbereich. Rot ist beispielsweise, anders als für den Menschen, für das Pferd keine Warnfarbe.
Pferde verfügen über ein gutes Dämmerungssehen. Sie können auch geringe Mengen Restlicht effektiv ausnutzen und so noch bei Helligkeiten sehen, die dem Menschen schon stockfinster erscheinen. Die Adaptation des Augen an sich ändernde Lichtverhältnisse dauert beim Pferd jedoch deutlich länger als beim Menschen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Pferde häufig Orientierungsprobleme haben bzw. besonders schreckhaft sind, wenn sie z. B. aus der Dunkelheit plötzlich in einen hellen Stall kommen oder umgekehrt.